Mutanfall! (D. Sölle): Atempause in der Digitalität

Ab Montag, den 2. November, mit Beginn des Lockdowns, halten wir inne – jeden Tag um 14:00 Uhr (von Montag bis Freitag). Ein Zeichen der Hoffnung in der Coronazeit, um das Schöne, das Lebendige vor unserem inneren Auge und in unseren Herzen leuchten zu lassen. Digital vernetzt begeben wir uns auf eine spirituelle innere Suche. Verbunden mit der Kraft des gemeinsamen Meditierens tauchen wir in die Tiefe ein, verwurzeln uns.

Stärker denn je spüren wir die Sehnsucht nach Nähe, menschlicher Wärme, echt klingendem Lachen. Im digitalen Alltag: Tiefe, Präsenz, Verbundenheit? Das geht. Machen Sie mit!

Der Link wird auf der Homepage des Ökumenischen Zentrums regelmäßig aktualisiert.

Für diese Woche:
https://us02web.zoom.us/j/84427628451?pwd=bTJSTHdYQ0dPVk5QSXBnUEE1MVhmZz09

Meeting-ID: 844 2762 8451 Kenncode: 280882
Für die, die ZOOM noch nicht kennen: Klicken Sie einfach auf den Link. Sie können am Anfang gerne Ihre Kamera einschalten, müssen aber nicht… Gerne können Sie die Einladung auch an andere weiterleiten.

In Gedanken verbunden, meditiert heute jeder für sich um 14:00. Es bietet Raum für eine Vertiefung der Gedanken aus dieser Woche. 

Hunger nach Sinn

Ich werde manchmal gefragt,
warum ich denn “immer noch” für Gerechtigkeit,
Friede und die gute Schöpfung eintrete.
“Immer noch?” frage ich zurück,
wir fangen doch gerade erst an,
aus der Verbundenheit mit dem Leben heraus,
zu kämpfen, zu lachen, zu weinen.
Wir können uns doch nicht auf das geistige Niveau
des Kapitalismus zurückschrauben
und ständig “Sinn” mit “Erfolg” verwechseln.

Das ist eine lebensgefährliche Verwechslung,
wenn wir das Leben zurückrechtstutzen
auf das Machbare und das,
was sich konsumieren lässt.
Meine Tradition hat uns wirklich mehr versprochen!
Ein Leben vor dem Tod, gerechtes Handeln
und die Verbundenheit mit allem, was lebt,
die Wölfe neben den Lämmern und Gott nicht oben
und nicht später, sondern jetzt und hier.
Bei uns, in uns.

Dorothee Sölle